Der Texthobel,
die Werkstatt für Texttechnik

Alltag I
Bettina Reinisch

Hinter den parkenden Autos biege ich ab. Langsam rollt der Wagen knapp an das Tor, dort bleibt er stehen. Den rechten Fuß noch auf der Bremse, trete ich mit dem anderen die Kupplung, lege den ersten Gang ein. Ich drehe den Schlüssel und ziehe ihn ab. Das Radio verstummt. Ich lasse Bremse und Kupplungspedal los. Ein Ruck wie ein Schluckauf. Ich ziehe die Handbremse an. Dann öffne ich die Tür. Frische Luft strömt herein. Als ich mich drehen will, spüre ich einen Zug. Sapperlott. Immer vergesse ich den Gurt zu lösen. Ich verziehe den Mund. Mit der rechten Hand greife ich zum Verschluss und drücke ihn. Nichts geschieht. Das gibt’s nicht. Ich drehe meinen Kopf seitlich hinunter und schau mir das an. Da ist nichts besondres. Alles wie immer. Warum klemmt das jetzt? Ich drücke noch einmal, jetzt geht es ganz leicht. Ich schüttle den Kopf. Ich ziehe den Gurt nach links und lasse ihn zurückrollen. Ein bisschen helfe ich nach. Dann drehe ich mich und will aussteigen.
In diesem Moment tritt ein junger Mann aus der Tür. Er stutzt kurz, dann zeigt er hinunter. „Wollen’s in die Garage?“ „Ja“ rufe ich zurück. „Warten’s, ich mach Ihnen auf!“ „Danke!“

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