Der Texthobel,
die Werkstatt für Texttechnik

Das Cafe Eiles
Martina Hammer

Geschirr klappert. Gedämpfte Stimmen. Das Rascheln von Papier wird vom Geräusch der Kaffeemaschine unterbrochen. Nur wenige Tische sind besetzt.
„Bitte.“
Der Kellner im schwarzen Anzug stellt zwei Getränke ab. Vom Nichtraucherbereich sieht man zu den Rauchern hinüber, blauer Dunst hängt in der Luft. Die Luster an der gewölbten Decke sind dunkel, nur Lampen an den Wänden geben Licht ab. Erst jetzt bemerke ich die Zeitungshalter aus Holz, die dort in verschiedenen Größen hängen. Es wird ruhiger. Am Nebentisch ist ein Pärchen in seine Zeitungen vertieft. Uschi legt den Stift zur Seite und rührt ihre Melange um. Sie schreibt weiter, drückt den Stift dabei fest auf das Papier. Kein Wort fällt zwischen dem Pärchen nebenan. Lachen von zwei Frauen einen Tisch weiter. Ich lehne mich zurück, das Summen der Heizung dahinter stärker in den Ohren.
„Klaus Maria Brandauer!“ flüstert Uschi mir zu.
Die Person, die aufgestanden ist, um nach dem Kellner zu rufen, dreht sich um. Klaus Maria Brandauer nimmt wieder an seinem Tisch Platz. Er beginnt sich anzukleiden. Schal, schwarze Mütze, Mantel. Zusammen mit einem anderen Mann verlässt er grüßend das Cafe. Etwas bleibt zurück.

Startseite  |  Impressum  |  literarische Ausschreibungen  |  Schreibwerkstatt-Termine