„Du Arschloch.“
Ich möchte schreien, schaffe es aber nicht. Meine Kehle ist zu trocken.
Nicht die Sonne dörrt mich aus wie eine Zwetschke im Rohr, sondern
du. Du, mit deinen Intrigen und deinen Lügen. Blindes Vertrauen,
sagtest du, sollten wir uns schenken. Oh ja! Ich habe dir vertraut und
bin dabei selbst blind geworden.
Zu den Ausgrabungsarbeiten nach Ägypten habe ich deinen Schlafsack
mitgenommen. Oben die Sterne, unten der Staub. Und ich habe mir vorgestellt,
die Mosquitos die mich kitzelten, wären deine Finger. Wie habe ich
mich nach dir gesehnt! Oder bei der Exkursion nach Island, als ich die
kratzige Felldecke kraulte als wäre sie dein blondes Haar. Sie hat
mich warm gehalten.
Und du? Du hast nie gefroren.
Sie hat dich gewärmt, hat ihre rasierten Beine wie eine Serpentine
um dich geschlungen und ihre teuren Silikonbrüste in dein Kreuz gedrückt.
Wann hast du sie das erste Mal getroffen? Als ich in Alaska war? Oder
damals während der Exkursion in Jordanien? Ich wäre fast verdurstet,
als uns die Kamele in der Wüste krepierten. Du hättest es erst
gemerkt, wenn sie dir den Sarg mit meiner stinkenden Leiche brachten.
Du bist eben in deinem Rausch. Betäubt von den Margaritas und den
Küssen dieser Anwaltsschlampe.
Eine Archäologin ist dir wohl zu verstaubt geworden. Dabei war es
früher immer der Dreck unter meinen Fingernägeln gewesen, der
dich gelockt hat. Kaum stand ich in der Tür, konntest du es kaum
erwarten mir die Latzhose vom Leib zu reißen und meinen kalten Schweiß
zu schmecken.
Und jetzt? Jetzt knöpfst du Chanelkostüme in Pastell auf und
saugst an künstlichen Fingernägeln. Verätzen soll dich
der Nagellack. Zuerst das Herz, dann Leber, Lungen, Zunge und am Schluss
deine Augen.