Der Texthobel,
die Werkstatt für Texttechnik

Wohnung
Barbara Langwieser

Fliederfarbene Rauhfasertapete auf den Wänden im Vorzimmer, am Boden
hellgraue Fliesen. Miauend spielen drei Katzen miteinander, ihre Krallen machen klickende Geräusche auf dem Boden. Rechts hängt die Garderobe aus schwarzem Holz, darunter ist Platz für die Schuhe. Das Vorzimmer liegt zentral, vier Türen führen in die anderen Räume.
In der Küche brät ein Hendl im Backrohr, die ganze Wohnung duftet danach. Die
Waschmaschine schleudert donnernd die Wäsche, im Geschirrspüler rauscht das Wasser. Auf der Anrichte liegt Tranchierwerkzeug.
Das Wohnzimmer ist türkis tapeziert, möbliert mit einem Esstisch, sechs Sesseln, einem Schreibtisch in einer Ecke, einer Couchgruppe. Bei der Tür zum Vorzimmer haben die Krallen der Katzen Spuren im Parkett hinterlassen. Die Fenster stehen weit offen, lassen Sommerluft herein. Katzengitter schützt die Tiere vor dem Absturz aus dem zweiten Stock.
Der Spiegel im Bad ist beschlagen, die Duschwand steht offen, Tropfen rinnen an
ihr herab. Am grau verfliesten Boden liegen zwei nasse Handtücher, in der grünen Wanne eine Dose Rasierschaum und ein Nassrasierer.
Offene Fenster im Schlafzimmer, dahinter ein begrünter Innenhof. Gegenüber vom
Bett steht ein Kleiderkasten aus Buchenholz. Die untergehende Sonne strahlt in das Schlafzimmer, die Reflektion der roten Seidenbettwäsche färbt die Wände rosa. Das Gestell vom Bett quietscht.

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